Mit Enttäuschungen umgehen

Dieses Gefühl kennt wohl jeder. Wir alle haben Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen in unserem Alltag. Erwartungen an uns selbst, an Menschen um uns herum, vielleicht auch noch an den Job, das Studium und vieles mehr. Wenn sich diese Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche nicht erfüllen, dann tut es manchmal umso mehr weh.

So weh es auch tun kann: Ursache für diese Enttäuschung sind oft wir selbst.

Ich möchte deswegen in diesem Post darauf eingehen, wie man also mit diesem unangenehmen Gefühl umgehen kann.

1. Die Enttäuschung bringt mich wenigstens der Realität näher

Dies ist ein wichtiger Gedanke. Natürlich impliziert er irgendwie, dass man falsch lag und das ist normalerweise nichts, was man gerne tut. Aber: Festzustellen, dass man falsch lag ist etwas wichtiges, denn so kann man sein Verhalten ändern und sich der Wirklichkeit und dem, was einen wirklich weiterbringt anpassen.

2. Das Gefühl benennen

Es ist wichtig ehrlich mit sich selbst zu sein. Frust, Traurigkeit, Schmerz, Schock, Krise, Wut, Verbitterung. Das alles kann zu Enttäuschung gehören. Also einmal das Gefühl benennen: Ja, ich bin enttäuscht. Wenn man Dinge benennt, kann man das alles verarbeiten und auch etwas dagegen tun.

3. Wie konnte es zu dieser Täuschung kommen?

Ganz wichtig ist es, keine Schnellschlüsse zu ziehen und zuerst zu reflektieren. Wir neigen alle dazu, die Schuld erst einmal im Außen zu suchen.

Ein Beispiel: Ich bin enttäuscht, weil meine Freundin mir heute zum zweiten mal abgesagt hat. Ein Schnellschluss wäre hier: Ich bin enttäuscht von ihr, sie ist Schuld daran.

Hier kommt dann erstmal das Reflektieren ins Spiel. Du kannst dir folgende Fragen stellen:

  • Hat mir jemand fest zugesagt, diese Erwartung zu erfüllen?
  • War meine Erwartung klar formuliert?
  • Wie habe ich das kommuniziert? Habe ich meine Erwartung überhaupt kommuniziert?
  • Sind meine Erwartungen angemessen?
  • Gab es deutliche Hinweise dafür, dass die Person nicht bereit ist meine Erwartung zu erfüllen?

Sich diese Fragen zu beantworten kann weh tun, weil man dann eventuell merkt, dass die Ursache doch bei einem Selbst liegt. Aber das ist gut, denn dann kann man an sich arbeiten, um dieses Gefühl schnell los zu werden. Wichtig ist es mir dabei zu sagen, dass natürlich die Ursachen auch im Außen liegen können. Wenn du betrogen wurdest, dann liegt die Ursache höchstwahrscheinlich im Außen. Ich möchte nur verdeutlichen, dass es oft nicht so ist. Sei ehrlich mit dir selbst!

4. Akzeptanz

Akzeptiere, dass du enttäuscht bist. Verurteile dich nicht dafür, dass du gerade unglücklich oder wütend bist. Dinge entwickeln sich weiter, versuche das anzunehmen. Du darfst enttäuscht sein, es ist okay. Es gibt quasi kein leben ohne Enttäuschung. Sie gehört irgendwie dazu. Außerdem hilft sie Dinge danach noch mehr wert zu schätzen. Wut kann außerdem auch mal angebracht sein, wenn deine Erwartungen beispielsweise absichtlich gebrochen wurde. Frage dich auch: Würde ich auch so mit anderen sprechen? Würde ich meine beste Freundin auch so verurteilen? Ein Perspektivwechsel kann helfen.

Es ist wichtig deinen Gefühlen ins Auge zu schauen. Du bist kein Roboter, es steht dir zu über deine Gefühle zu weinen oder enttäuscht zu sein.

5. Überdenke deine Standards

Manchmal ist man enttäuscht, weil man einfach zu perfektionistisch ist. Ein anderes Beispiel: Eine zwei in der Prüfung und nicht wie erwartet eine eins. Perfektionistisch darf man natürlich sein: Ich wollte eine eins in der Prüfung, am besten mit allen Punkten. Da ist es ziemlich wahrscheinlich, dass man enttäuscht wird. Überdenken könnte man das, indem man sich überlegt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit tatsächlich ist, dass man eine eins mit ALLEN Punkten schreibt. Vielleicht hilft auch der Gedanke, dass auch eine eins oder eine zwei noch ziemlich gut sind.

Ein Anderes Beispiel: Enttäuschung in einer Beziehung. Man hat so seine Vorstellungen, wie der Partner oder die Partnerin am besten sein sollte. Gutaussehend, immer pünktlich, hilfsbereit, ordentlich, immer zu Stelle usw. Aber ist das überhaupt möglich? Nein, kein Mensch ist perfekt. Versuche also wirklich mal an deinen Standards zu arbeiten.

6. Rache ist Schrott

Bei einer Prüfung kann man sich logischerweise nicht rächen, aber bei Menschen dafür umso mehr. Aber ist Rache wirklich die Lösung? Frage dich: Macht es meinen Schmerz besser, wenn ich anderen Leid zufüge? Was versuche ich durch mein Gefühl zu rechtfertigen?

Natürlich darfst und sollst du natürlich Konsequenzen ziehen, aber Rache? Bringt sie dich wirklich weiter?

7. Die Wahrscheinlichkeit

Eigentlich ist alles eine Sache der Wahrscheinlichkeit. Wie Wahrscheinlichkeit ist die eins mit allen Punkten? Wie wahrscheinlich ist es, dass meine Freunde immer Zeit haben? Wie wahrscheinlich ist es, dass immer alles gut läuft?

Das mit den Wahrscheinlichkeiten, kann helfen zu relativieren. Denn meistens ist es immer gar nicht so wahrscheinlich.

8. Gar nicht erst erwarten ist auch Schrott

Es gibt kein Leben, ohne Erwartungen. Wenn du von Anfang an versuchst, gar nicht erst Erwartungen aufzubauen, weil du sowieso enttäuscht wirst, dann enttäuschst du dich von Beginn an selbst. Das ist nicht wirklich eine gute Methode, um mit diesem Gefühl umzugehen.

9. Wenn es etwas Gutes an der Enttäuschung gäbe, was wäre das?

Wieso hat mich diese Enttäuschung wachsen lassen?

Was wird das nächste Mal anders sein? Was werde ich anders machen?

Was habe ich daraus gelernt?

10. Gedanken umformulieren

Welche Gedanken, die ich denke sind wirklich wahr?

Man neigt oft schnell dazu zu generalisieren. Diese Person hat mich im Stich gelassen, also lassen mich alle im Stich, wäre da ein gutes Beispiel. Das stimmt natürlich nicht, versuche also deine Gedanken zu hinterfragen und diese gegebenenfalls umzuformulieren. Denn Enttäuschung entsteht aus Erwartungen und Bewertungen. 

11. Was, wenn alles aus einem Grund passiert? 

Dieser Gedanke hilft mir persönlich wirklich sehr. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich vielleicht eine andere, die noch viel besser ist. Es ist wichtig sich niemals die Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung nehmen zu lassen, denn sie machen am Ende unser Leben aus. Sie gehören, genauso wie die Enttäuschung zum Leben dazu und machen das Leben auch aus. 

12. Abwarten

Am Ende kann man nur noch abwarten, das Gefühl so lange fühlen, bis es irgendwann von selbst abschwächt. Lass dir Zeit die Enttäuschung zu fühlen und zu verarbeiten, dann wird sie auch besser! Von jetzt auf gleich wird es in den seltensten Fällen besser, lasse dir Zeit.

Hast du noch weitere Tipps, wie man mit Enttäuschung umgehen kann? Ich würde mich freuen, wenn du sie teilst!

Veröffentlicht von mayyoulive

g e t b u s y l i v i n g

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