Menschen mit Depressionen unterstützen

Anfangs klingt es hoffnungslos. Denn fragte man zum Beispiel mich, was man tun könne, damit es mir besser geht, war meine Antwort: Nichts. Manchmal auch: Ich weiß es nicht.

Doch es gibt sehr wohl Dinge, die du tun kannst, mit denen du wenigstens einen minimalen Unterschied bei einem/einer Erkrankten erreichen kannst.

Bestimmte Sätze vermeiden/auf das achten, was man sagt

„Das wird schon“

„Aber du siehst doch so glücklich aus, du kannst gar nicht krank sein“

„Reiß dich zusammen“

„Geh doch mal raus“

„Jeder ist mal traurig“

„Du hast so viele Freunde, es kann gar nicht möglich sein, dass du krank bist“

„Du kannst gar keine Depressionen haben, du meisterst doch deinen Alltag“

„Du siehst gar nicht so aus“

Und. Und. Und.

Keiner dieser Sätze ist jemals böse gemeint. Aber es gibt tausende solcher Sätze, die einer erkrankten Person irgendwie doch nur schaden. Bei jeder ist mal traurig ist mein erster Gedanke: Ich darf mich nicht traurig fühlen, es geht also jedem so wie mir. Ich bin also nicht krank. Ich muss meine Situation akzeptieren. Bei das wird schon: Das wird nicht, das kann nicht einfach so werden, es ist hoffnungslos. Ich fühle mich in meiner so schwierigen Situation nicht ernst genommen. Mich versteht keiner, also bin ich alleine. Bei reiß dich zusammen: Das mache ich jede Sekunde in jeder Minuten, jeder Stunde jedes Tages in der Woche. ICH REIßE MICH ZUSAMMEN UND KANN NICHT MEHR. Bei du siehst doch gar nicht so aus: Ich tue alles dafür es zu verbergen. Ich versuche zu erreichen, dass Menschen es nicht merken und mich somit nicht ausschließen. Das ist eine Fertigkeit, die man sich über Jahre antrainiert hat. Ein Mensch kann Depressionen haben und trotzdem funktionieren!

Du könntest stattdessen sagen:

„Ich werde dich unterstützen, wo ich kann.“

„Ich verurteile dich nicht, weil du dich so fühlst“

„Du bist nicht alleine“

Dadurch macht sich der Betroffene nicht noch mehr runter und wird sich dadurch nicht so missverstanden und vielleicht sogar unterstützt fühlen.

Die Person zum Arzt begleiten oder ihr helfen einen Termin auszumachen

Zum Arzt zu gehen, kann einem sehr viel Sorge und Angst bereiten. Es ist aber der größte Schritt, wenn man Depressionen hat. Sich Hilfe zu suchen, kann so bedeutend und wertvoll sein. Vielleicht wird die Person ablehnen, aber zu wissen, dass es jemanden gibt, der das machen würde, kann so so wertvoll sein. Aber Achtung: Nicht handeln, ohne die erkrankte Person einzubeziehen, außer es handelt sich um einen akuten Notfall. Die Person muss es wollen, sonst bringen deine ganzen Bemühungen gar nichts.

Sich über Depressionen informieren

Das kann so so hilfreich sein! Im Prinzip ist das für jede Krankheit förderlich. Es hilft zum einen den Erkrankten zu verstehen, aber zu anderen kann es eben auch Erklärungen liefern. Dir Hinweise geben, wie du dich verhalten kannst, es dir erleichtern. Hast du keine Ahnung von Depressionen, wirst du der Person auch nicht helfen können. Genauso, wie du bei einer Erkältung nicht helfen kannst, wenn du dich nicht darüber informiert hast, welche Symptome und Heilmittel es gibt.

Außerdem ist es wichtig die Symptome der Person wahrzunehmen. Alle Symptome. Nicht nur diese Traurigkeit oder den Gewichtsverlust. ALLE SYMPTOME. Tue eine Verspannung oder irgend ein anderes Symptom nicht einfach so ab. Nehme es ernst oder behalte, was du sagen willst zumindest bei dir.

Auf einen Ausgleich für sich selbst achten

Es ist belastend in der Nähe einer psychisch kranken Person sein. Und die bedrückte Stimmung kann schnell auf einen überspringen. Versuche also auch immer wieder ein wenig auf dich selbst zu achten.

Geduldig bleiben

Es ist nicht immer einfach. Bitte bitte nicht aufgeben, wenn es mal wieder einen Rückfall gibt oder es gerade hoffnungslos scheint.

Mut machen und für die Person da sein

Du wirst nicht immer für die Person da sein können, das ist klar. Aber du kannst es ihr anbieten. Wenn du gerade Zeit hast, kannst du fragen, ob sie was braucht oder, ob sie gerade vielleicht reden möchte. Signalisiere der Person irgendwie, dass du an sie denkst. Keiner verlangt von dir, dass du Tag und Nacht bereitstehst. Kleine Gesten können ausreichen, damit sich die Person nicht einsam und verloren fühlt.

Für Angehörige: Außer sich zu informieren, kann auch helfen sich in Gruppen auszutauschen. Ich versuche auf meinem Blog aufzuklären, hilfreiche Seiten können zum Beispiel folgende sein:

Hast du weitere Tipps für Angehörige oder Menschen, die helfen wollen? Teile sie gerne in den Kommentaren, es gibt sicherlich noch viele mehr!

Veröffentlicht von mayyoulive

g e t b u s y l i v i n g

Ein Kommentar zu “Menschen mit Depressionen unterstützen

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