Auch bei Kindern und Jugendlichen ist es leider so, dass Depressionen weit verbreitet sind. Grundsätzlich sind die Symptome so ähnlich wie bei Erwachsenen. Es gibt aber trotzdem ein paar Unterschiede, die wichtig zu erwähnen sind. Nicht nur, um sie besser erkennen, sondern auch, um sie besser behandeln zu können.
Allgemein gibt es drei Hauptsymptome einer Depression, die mindestens über zwei Wochen anhalten sollten, um die Diagnose zu erhalten. Dazu gehören eine gedrückte/traurige Stimmung und eine Interessens-/Freudlosigkeit zum Beispiel an Dingen, die einem früher einmal Spaß gemacht haben. Zusätzliche Symptome können Antriebsmangel, Schlafstörungen, Schuldgefühle, Appetitlosigkeit oder ein großer Appetit, Unruhe, verminderte Konzentration und einige andere. Diese sind auch grundsätzlich bei männlichen und weiblichen Personen ähnlich.
Auch bei Kindern können diese Symptome Anzeichen einer Depression sein. Mit folgenden Unterschieden:
In Bezug auf Stimmung
Während bei Erwachsenen die Stimmung eher gedrückt ist, sind Kinder und Jugendliche eher reizbar und launenhaft. Hier sind eine besonders gute Beobachtung und Aufmerksamkeit gefragt, da natürlich auch verschiedene Faktoren, wie die Pubertät eine Rolle spielen können.
In Bezug auf Appetit
Hier geht es um ein Missverhältnis der zu erwarteten Gewichtszunahme. Das bedeutet: man schaut nicht direkt auf einen signifikanten Gewichtsverlust oder eine Gewichtszunahme, sondern eben darauf, wie das Gewicht im Verhältnis zum Alter ist. Wenn das Kind also kein Gewicht mehr zunimmt, kann das schon ein Hinweis sein.
In Bezug auf Konzentration
Kinder mit Depressionen können sehr leicht ablenkbar und zerstreut sein. Das kann sich vor allem im Bericht von Schulnoten, durch schlechtere Noten, unerledigte Hausaufgaben oder einem plötzlichen Leistungsabfall zeigen.
In Bezug auf Häufigkeit der Symptome
Kinder zeigen im Gegensatz zu Erwachsenen häufiger körperliche Beschwerden, Reizbarkeit und Sozialen Rückzug. Dies ist unter anderem dadurch erklärbar, dass Kinder sich noch nicht so gut ausdrücken können und ihnen auch Lebenserfahrung fehlt, wodurch sich die Symptome auf den Körper verlagern (z.B. Bauchweh, Kopfweh, Übelkeit etc.). Bei Jugendlichen sind es eher die Psychomotorische Verlangsamung, Hypersomnie (zu viel Schlaf) und Wahnphänomene sein.

GOOD TO KNOW:
Außerdem gibt es einige Dinge, die gut zu wissen sind, was Depressionen bei Kindern und Jugendlichen angeht:
- Die Depression tritt oft nicht alleine auf. Häufig gibt es Begleiterkrankungen wie ADGS, Angststörungen, Essstörungen, Substanzmissbrauch etc.
- Im Jugendalter leiden doppelt bis dreimal so viele Mädchen wie Jungs an Depressionen
- Mädchen mit Depressionen haben häufiger Schuldgefühle und sind häufiger unzufriedener mit ihrem Körper
- Jungs mit Depressionen sind häufiger gereizt und aggressiv. Außerdem neigen Jungen dazu ihre Depressionen herunterzuspielen. Ganz nach dem Motto: „Jungs weinen nicht.“ Das kann es schwere machen Depressionen bei Jungs zu erkennen.
- Die Kinder kann man unterstützen, indem man ihm eine gute Tagesstruktur gibt. Außerdem sollte man das Kind ernst nehmen und ihm seine Gefühle nicht wegreden. Dabei hilft es Verständnis zu zeigen, denn nichts, was das Kind macht (Sozialer Rückzug etc.) geschieht mit Absicht, sondern eben weil es krank ist. Solltest du das Kind darauf ansprechen sollen, kann es hilfreich sein zu Spiegeln. Also solche Sätze zu verwenden, wie zum Beispiel: „Du wirkst auf mich sehr traurig, …“, wichtig ist hierbei nicht zu urteilen oder das Kind „auszufragen“. Hat man das Gefühl, das Kind könnte depressives Verhalten zeigen, kann es sinnvoll sein, sich an Psychiater:innen oder Psychotherapeut:innen zu wenden.
Hier findest du mehr Infos zu dem Thema:
Die meisten Informationen aus diesem Post stammen von meinem Psychologiestudium (Psychopathologie) und den beiden Webseiten.
Außerdem habe ich mir folgende Podcast-Folge angehört:
