Das Lied meiner Schulzeit – Gastbeitrag von Emilia Straub

Lernen ist eine Strafe. Lernen ist etwas Negatives. Ich hasse lernen.

Es gibt immer noch viel zu viele negative Glaubenssätze und Einstellungen, was dieses Thema betrifft. Lernen gehört tatsächlich bei den wenigsten Menschen zur Lieblingsbeschäftigung. Und ich gebe zu: auch ich, hatte viiiieellle dieser Glaubenssätze.

Betonung liegt auf hatte. Denn meine Ansicht auf das Lernen hat begonnen sich, durch die Hilfe von Mia, Stück für Stück zu wandeln. Denn warum lernt man? Lerne ich wirklich nur für die Schule? Geht es nur um die Note oder auch um mich? Wie kann ich das Lernen zu etwas Positivem machen, wie kann ich das alles leichter angehen, wie schaffe ich es ein bisschen weniger Angst vor der Schulaufgabe zu haben? Wieso kann ich nicht neugierig und voller Wissensdurst bleiben? Auf diese und viel mehr Fragen geht Mia ein und teilt ihre Tipps und Ansichten auf ihrer Instagram-Seite (@learnig.is.doing). Wenn dich der Beitrag angesprochen hat, dann schaue gerne bei ihr vorbei. By the way: Auch ich habe begonnen mich mit dem „Lernen“ zu beschäftigen und schon einmal ein Lerncoaching mit ihr gemacht, es lohnt sich 🙂

Es ist ein ungewöhnliches Thema, auf welches man sich vielleicht erstmal ohne jegliche Wertung einlassen muss. Versuche es!

Hier könnt ihr jetzt endlich den Beitrag lesen 🙂


DAS LIED MEINER SCHULZEIT

Wie ich zum Thema Lernen gekommen bin? Ich weiß es nicht. Es gab nicht wirklich eine helle Einsicht, kein Aha-Moment, und als ich klein war, hätte ich nie gedacht, dass ich eines Tages “Lerncoach” sein würde (Ich meine, was ist das überhaupt? XD).

Wobei ich damals, wie wohl alle Kinder, unglaublich neugierig war (ich sympathisierte sogar mit dem Namen Christophora Columba, weil es ja so viele unentdeckte Kontinente; Zahlen und Symbole zu geben schien, Welten zwischen Zeilen und Buchstaben … ).

Und wie wohl alle Kinder zog ich eines Tages los, die Schultüte gepackt mit Fragezeichen und kehrte zurück mit … naja… Hausaufgaben, Arbeitsblättern, Testergebnissen,…

An sich meint es Schule ja nur gut mit uns, aber ich habe das Gefühl, dass man dort ständig verglichen und einkategorisiert wird: in schlau und dumm, Gewinner und Versager. An einer Note hängt irgendwann der Selbstwert, Anerkennung der Eltern, Zukunftsperspektiven, eigene Ansprüche und so viel mehr … Ich kann mich erinnern, dass ich in der Unterstufe mehrere Tage lang abends geweint habe, weil ich so Angst vor den Ergebnissen in einer Matheschulaufgabe hatte.

Dazu kam dann irgendwann die Phase, in der die Mitschüler die Augen verdrehten, wenn man sich zu oft im Unterricht meldete, und in der man mit schlechten Noten angab, weil das irgendwie “cool” war.

Es gab natürlich auch Lichtblicke: gute Lehrer, gute Freunde, Ferien. Aber Lernen hatte nichts mehr mit Wissensdurst und Abenteuer zu tun. Es war das lästigste To-Do. Man rafft sich halt auf, setzt sich hin, schlägt das Buch auf, und prügelt sich die Vokabeln rein. Oder so ähnlich. Ich war irgendwann schrecklich unmotiviert und gestresst.

Wenn es ein Musikstück geben würde, das diese Zeit beschreibt, wäre es ein ziemlich launischer Remix aus “stressed out” und “shake it off”, “way down we go” und “walking on sunshine”.

Irgendwann in meiner zarten Adoleszenz, dachte ich mir: “Hey, es muss sich was ändern, sonst werfe ich noch meinen Schreibtisch aus dem Fenster (und mich hinterher).”

Christophora Kolumba hatte ein Come-Back dringend nötig. Diesmal auf der Suche nach neuen Lernmethoden, kreativen Schreibtechniken, Zeitmanagement Skills, Prüfungsmanagement, emotionaler Intelligenz, dem richtigen Mindset, einem tieferen Verständnis für das Gehirn und wie es funktioniert, aber vor allem: Spaß und Leichtigkeit!

Und, hallelujah, sie (bzw. ich) wurde fündig!

I am still learning (Michelangelo at age 87).

Develop a passion for learning. If you do, you will never cease to grow (Anthony J. D’Angelo).

The beautiful thing about learning is nobody can take it away from you (B. B. King).

Diese Expedition führte mich nach Amerika, dem Land, in dem Lob und Erdnussbutter fließen, und in dem ich mich zum ersten Mal frei vom Notendruck fühlte. Daraufhin manövrierte ich durch die deutsche Oberstufenzeit, bewaffnet mit neuen Büchern, Ideen und Erkenntnissen. Schließlich vor meinem Psychologiestudium, wechselte ich noch Kurs, um in Italien in einer internationalen Hausaufgabenbetreuung zu arbeiten. Und hier wurde mir klar:

Wow, dieses Thema betrifft uns wirklich alle. Und ich will mein bestes tun, diese Kinder auf ihrer Reise zu begleiten, sodass sie nicht im Meer aus Leistungsdruck, Selbstzweifeln und Unmotiviertheit ertrinken. Denn das gelobte Land, diese stressfreie Oase in der wilden Schullandschaft, die gibt es wirklich!

Mittlerweile teile ich meine Gedanken und Erfahrungen auf einer Instagramseite (@learning.is.doing) und biete Lerncoaching an.

Stell dir mal vor Lernen würde dir Spaß machen?

Was ich also hauptsächlich mit dir hier teilen wollte ist ein Teil meiner Geschichte, aber vor allem meiner Botschaft:

Stell dir mal vor Lernen würde dir Spaß machen? Wieviel weniger K(r)ampf wäre dein Alltag? Was für andere Gedanken würden dir morgens durch den Kopf gehen, wenn du weißt, dass eine Prüfung ansteht? Was wäre, wenn das Lied deiner Schulzeit nicht “highway to hell” sondern “stairway to heaven” werden könnte?

Diese Reise darf auch gerne ein bisschen dauern. In der Tat glaube ich sie wird nie enden. Auch ich bin noch nicht vollständig angekommen. Es wird nie langweilig werden, dieses lebenslange Lernen. Im Hier und Jetzt tröstet mich der Satz “ich kann wenigstens daraus lernen” über meine unperfekte Existenz hinweg und gibt mir gleichzeitig Ziele und Ideale, die ich für die Zukunft anvisieren kann.

Als ich überlegt habe, welches Lied zu meiner jetzigen Studienzeit passt, kam mir deswegen sofort das unschuldige Staunen und das Streben Richtung Himmel des italienischen Klassikers “Volare” in den Sinn.

Welches Lied würdest du wählen?


https://www.instagram.com/learning.is.doing/

Veröffentlicht von mayyoulive

g e t b u s y l i v i n g

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