Medikamente in der Depression? – Warum ich mich dazu entschieden habe Medikamente zu nehmen

Diese Entscheidung ist eine ganz persönliche und sollte auch jeder für sich selbst treffen. Ich denke es gibt in so einer Situation kein richtig oder falsch. Jeder muss das für sich entscheiden.

Was aber dennoch wichtig ist: Medikamente sollten immer begleitend zu einer Therapie genommen werden. Nur die Medikamente allein werden nicht bewirken, dass man komplett gesund wird!

Sie können zwar dazu beitragen, dass es einem besser geht, aber bekämpfen nicht die Ursache für die Depression. Die Gedanken und die Einstellung, die man hat sowie die Situation um einen herum können nicht durch ein Medikament verbessert oder geändert werden.

Von Anfang an hatte ich regelmäßig Termine bei einem Psychiater und später auch beim Psychologen.

Viele Menschen sind gegen Medikamenten bei psychischen Krankheiten. Dabei fallen folgende Argumente:

  • Ich möchte das alleine schaffen
  • Medikamente nehmen Einfluss auf Stimmung und Wahrnehmung
  • Ich will ich bleiben
  • Ich will nicht auf Drogen gesetzt werden
  • Es gibt zu viele Nebenwirkungen
  • Die wirken doch gar nicht, das sind alles Placebos

Mein Hauptargument aber war:

Ich will einfach nur, dass es besser wird.

Ich bin kein Arzt und natürlich muss man sich zuvor von einem Arzt beraten lassen. Aber hier habe ich mal zu jedem dieser Punkte mein Argument aufgelistet und begründet, warum ich diese Entscheidung getroffen habe und immer noch zu ihr stehe.

P L A N O L Y // P I C S A R T

Ich möchte das alleine schaffen

Ein absolut plausibler und bemerkenswerter Grund keine Medikamente nehmen zu wollen! Zunächst ging es mir auch so und ich wollte es zumindest versuchen. Aber ich habe schnell gemerkt, dass ich es alleine nicht schaffe. Sich das einzugestehen war natürlich verdammt schwer, aber hat man das einmal hinbekommen ist der schwierigste Schritt geschafft. Ein Grund war also: Ich hatte nicht genug Kraft es alleine zu schaffen und habe mir so zusätzlich zur Therapie, Medikamente geholt.

P l a n o l y // P i c s a r t

Medikament nehmen Einfluss auf Stimmung und Wahrnehmung.

Wahr! Aber das tun ja nicht nur Medikamente, die man für psychische Krankheiten nutzt, sondern auch die Medikamente bei physischen Problemen. Außerdem können sie Einfluss nehmen, MÜSSEN aber nicht. Ich denke dieses Risiko war es mir wert.

P l a n o l y // P i c s a r t

Ich will ich bleiben

Ja das will ich. Aber oft vergisst man, dass nicht nur die Medikamente einen verändern. Auch die Krankheit ändert einen. Die Depression hat mich so verändert, dass ich nicht mehr ich war. Und das ist ein Unterschied! Ich war nicht mehr ich und wollte durch die Medikamente wieder ich werden. Außerdem: Ich glaube jeder hat schon mal eine Abu genommen. Und das ist im Prinzip das Gleiche. Hat sich dann automatische auch die eigene Persönlichkeit dadurch verändert? Nein.

P i c s a r t // P l a n o l y

Ich will nicht auf Drogen gesetzt werden

Ich denke vor allem in Bezug zur Depression, bei welcher die Tabletten wieder „fröhlich“ machen sollen, gilt dieses Vorurteil. Aber ich habe es nie als Droge empfunden. Im Prinzip ist doch alles eine Droge? Zucker, das Gefühl lebendig zu sein, Schmerzmittel wie Aspirin oder Ibuprofen, täglicher Kaffeekonsum? Medikamente können dich vernebeln, aber das muss nicht der Fall sein. Es gibt die verschiedensten Mengen und die verschiedensten Medikamente, die du nehmen kannst. Die verschiedensten Ärzte, die dir helfen können. Ich dachte mir: Probieren schadet nicht. Es kann nämlich nur besser werden!

P i c s a r t // P l a n o l y

Es gibt zu viele Nebenwirkungen

Tja, wie ist das denn so bei der Pille zum Beispiel?

Oft stehen auf Packungsbeilagen, erhöht Selbstmordbereitschaft, Zunahme, Unruhe und solche Dinge. Auch mir haben sie Angst gemacht. Doch dann hat sich meine Sichtweise geändert. Natürlich muss man zunächst beaufsichtigt werden, wenn man Medikamente nimmt. Man muss auch auf sich selber hören. Irgendwie habe ich mir die Nebenwirkungen so erklärt, dass es mir dann einfach besser ging. Ich hatte vor Traurigkeit kaum noch gegessen, durch die Medikamente ging es mir besser, logischerweise habe ich dann auch zugenommen. Man kann nicht alle so erklären und ich bin kein Arzt, aber so erkläre ich es mir bis heute noch in meinem Kopf.

Es gibt bei allen Dingen ein gewisses Risiko und jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er es eingehen will oder nicht. Es ist in Ordnung es einzugehen. Es ist genauso in Ordnung es nicht einzugehen. Ich bewundere alle Menschen,die es schaffen es nicht einzugehen.

Außerdem sind die Nebenwirkungen irgendwie auch immer im Verhältnis zur Krankheit zu sehen. Wären die Nebenwirkungen schlimmer als meine Krankheit? Ein wichtiger Gedanke finde ich.

P i c s a r t // P l a n o l y

Die wirken doch gar nicht das sind alles Placebos

Das war die erste Frage, die ich meiner Psychiaterin gestellt habe, als sie mir Medikamente verschrieben hat. Und sie hat mir versichert, dass sie mir keine Placebos verschreiben wird. Ich habe sie auch gefragt, ob man abhängig davon werden kann. Wenn man sie Stück für Stück absetzt ist das auch kein Problem.

Meine Erfahrungen mit Medikamenten:

Depressionen können wie auch Kopfschmerzen Schmerzen auslösen. Warum sie also nicht auch durch Medikamente behandeln. Ich war bereit alles zu tun, damit es besser wird. Es konnte nicht schlimmer werden. Ich wollte, dass es aufhört. Also habe ich mich ziemlich schnell auf die Medikamente begleitend zu meiner Therapie eingelassen. Das erste Medikamente, das ich circa drei Monate lang genommen habe hatte keine Wirkung und wir haben es gemeinsam mit der Psychiaterin wieder abgesetzt. Außerdem habe ich von Anfang an Medikamente zum Schlafen bekommen. Die haben dann echt gut gewirkt. So gut, dass wir die Dosis immer mehr heruntergesetzt haben. Circa ein Jahr lang habe ich sie genommen. Zu der Zeit, wo ich gar nicht mehr schlafen konnte. Vielleicht haben sie auch zu gut gewirkt, denn irgendwann, als ich dann auch (durch die Medikamente) besser schlafen konnte habe ich gemerkt, dass sie mich zu müde machen und ich morgens viel zu schwer aus dem Bett komme. Seitdem habe ich sie wieder abgesetzt und nehmen sie nur noch, wenn es gar nicht mehr geht. Ich habe außerdem ein neues Medikament für meine Stimmung genommen und das hat nach einigen Wochen endlich gewirkt! Ich nehme es bis heute noch und wir haben im ersten Jahr ziemlich viel an der passenden Dosis für mich geschraubt, aber ich kann als Fazit ziehen: Mir hat es geholfen und ich bin dadurch, dass ich sie nehme kein anderer Mensch. Ich bin im Gegenteil wieder viel mehr ich selbst.

Zum Schluss kann ich also sagen, dass es eine ganz individuelle Entscheidung ist, ob man Medikamente nehmen möchte oder nicht. Mir hat es wahnsinnig geholfen sie zu nehmen und mir geht es inzwischen so viel besser. Natürlich kann es auch passieren, dass sie gar nicht wirken. Davor hatte ich selbst auch Angst. Bei mir hat es gewirkt und ich bin sehr glücklich darüber, diese Entscheidung getroffen zu haben.

Ich bewundere alle Menschen, die es alleine schaffen möchten oder sogar geschafft haben! Hut ab. Bleib stark und kämpfe weiter!

Ich bewundere aber auch die Menschen, die es schaffen sich einzugestehen, dass sie es alleine nicht mehr schaffen.

Hast du eine Meinung zu diesem Thema? Es würde mich freuen sie zu hören:

Veröffentlicht von mayyoulive

g e t b u s y l i v i n g

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