Mein erstes Studiensemester an der LMU München

Ich muss ganz offen zugeben, dass München nicht meine Wunschstudienstadt war. Viel lieber hätte ich in Innsbruck oder Nizza studiert. Am liebsten Psychologie. Da ich den ersten Psychologieaufnahmetest in Innsbruck jedoch nicht bestanden habe, habe ich beschlossen trotzdem in meiner Heimat anzufangen zu studieren, um sozusagen keine Zeit zu „vergeuden“. Ich habe mich dann für Sinologie mit dem Nebenfach „Sprache, Literatur und Kultur“ entschieden. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich wirklich positiv überrascht wurde. Wie jeder andere Student, war ich am Anfang ziemlich überfordert. Ich persönlich fand die Webseiten der ganzen Universitäten sehr unübersichtlich und war vor allem am Anfang ziemlich verloren. Ich hatte Angst völlig neu anzufangen und mich mit komplett neuen Menschen anzufreunden. Aber dennoch habe ich es glaube ich am Ende ganz gut hinbekommen. Mein erstes Semester war um einiges besser als erwartet. Natürlich habe ich viele Tipps darüber bekommen, worauf ich besonders achten muss und worauf es ankommt. Diese Tipps haben bei mir die Angst und die Unsicherheit aber noch vergrößert. Ich würde hier gerne über meine persönlichen Erfahrungen berichten.

Du musst dich in den ersten Wochen mit Menschen anfreunden, denn danach findest du keinen Anschluss mehr.

Ich muss sagen, dass es mir einen ziemlichen Schreck eingejagt hat, als ich das gehört habe. Ich brauche Zeit, um mich in der neuen Umgebung zurecht zu finden. Ich brauche Zeit, um mich Menschen öffnen zu können. Und dann muss ich das alles in der ersten Woche schaffen? Ich glaube das war meine größte Angst. Es in den ersten Wochen nicht zu schaffen und dann über mein gesamtes Studium keinen Kontakt zu anderen zu haben. Aber das war komplett unberechtigt! Denn ich habe meine meisten Freunde erst am Ende des Semesters gefunden und habe dennoch einen guten Anschluss gefunden. Außerdem ist man ja nicht der Einzige, der sich in einer neuen Umgebung befindet. Das geht den meisten so. Ich habe mir Zeit genommen und es hat sehr gut funktioniert.

Ich muss zugeben, dass ich mich glaube ich am Anfang ziemlich dumm angestellt habe. Es war eine große Herausforderung die Vorlesungsräume zu finden. Erst später habe ich durch andere herausgefunden, dass es für die LMU und viele andere Unis online einen Raumfinder gibt. Wenn man es weiß, ist es für einen selbstverständlich und man fragt sich, wieso man nicht früher auf so etwas offensichtliches gekommen ist. Aber trotzdem wusste ich es damals nicht und hätte mich irgendwie gefreut, wenn es mir jemand vorher gesagt hätte.

Außerdem habe ich mich anfangs nie getraut in Bibliotheken zu gehen, um zu lernen. Ich saß dann meistens in kompletten überfüllten Cafés, die sich durch viel Lärm auszeichneten, weil mir die Bibliothek viel zu mächtig vorkam. Irgendwie fühlte ich mich dort fehlt am Platz. Nachdem ich mich nach einigen Monaten aber überwinden konnte, hat sich herausgestellt, dass es doch gar nicht so schlimm ist. Es ist viel ruhiger und dadurch, dass man dort auch andere lernende Studenten antrifft, ist man von vornherein viel motivierter.

Von den Einführungsveranstaltungen sollte man sich nicht abschrecken lassen. Das habe ich nämlich getan. Ich fand sie ziemlich langweilig und dachte mir: Wenn schon die Einführungsveranstaltung so sind, wie wird dann mein Studium erst? Aber zum Glück bin ich dann natürlich doch in all meine Vorlesungen gegangen und bin auch ziemlich dankbar dafür: Die waren nämlich um einiges interessanter.

Vorlesungen nachbereiten? Am Anfang war das ein Fremdwort für mich. Es ist zwar lästig jede einzelne Vorlesung nachzubereiten, aber in der Prüfungsphase ist man dann doch dankbar dafür. Denn zum einen ist man froh, wenn alles ein bisschen geordneter ist zum anderen hat man vor den Prüfungen doch schon einiges vergessen, weswegen dann gut strukturierte Aufzeichnungen dann doch helfen.

Das Abitur ist nichts im Gegensatz zur Prüfungsphase in der Uni

Ich muss sagen, dass meine erste Prüfungsphase für mich gar nicht sooo schlimm war wie gedacht. Ja es war sehr stressig. Ich hatte sieben Prüfungen in zwei Wochen und stand zwischenzeitlich kurz vor dem Zusammenbruch. Es gab allerdings einige Prüfungen, da haben wenige Stunden an Lernaufwand gereicht. Ich habe nicht Wochen früher anfangen können, da die Prüfungen noch während der Vorlesungszeit waren und das hat erstaunlicherweise gereicht (was nicht unbedingt immer so sein muss). Aber genau weil die Prüfungen noch während der Vorlesungszeit waren, habe ich bei anderen Prüfungen tatsächlich erfahren müssen, was mit dem oben genannten Zitat gemeint war. Ich hatte ein Wochenende Zeit für zehn mal den Stoff vom Abi… Dennoch kam mir diese Prüfungsphase nicht ganz so schlimm wie das Abitur vor.

Eine App, die mir sehr geholfen hat mich zu ordnen heißt Todoist. Auf dieser App kann ich meine To-Do Listen für den Tag erstellen und habe somit immer einen Überblick darüber, was ich am Tag noch zu tun habe.

Außerdem nutze ich zum Mitschreiben in den Vorlesungen OneNote. In dieser App kann man jede Vorlesung und jedes Semester übersichtlich ordnen und weiß gleich, wo sich welche Notizen befinden. Außerdem kann man, während man mitschreibt auch Audioaufnahmen machen, die man sich später wieder anhören kann.

Die Studienzeit wird die beste Zeit deines Lebens

Was dieses Thema angeht bin ich mir immer noch nicht ganz sicher. Da ich jeden Tag pendeln muss und manchmal fast zwei Stunden in die Uni brauche, fällt es mir an manchen Tagen extrem schwer daran zu glauben. Wenn man von 8-18 Uhr Uni hat, ist man am Abend ziemlich hinüber. Ich habe dann weder Zeit irgendetwas zu lernen, noch meine Vorlesungen nachzuarbeiten. Die Uni nimmt meinen gesamten Tag ein. Ich bin danach immer viel zu müde, um noch etwas mit Freunden zu machen. Aber etwas, das ich ganz sicher sagen kann: UNI IST NICHT SCHULE.

Die Uni gefällt mir viel viel besser. Ich muss zugeben, dass ich Schule vor allem in den letzten Jahren gehasst habe. Ich musste in der Oberstufe die Fächer wählen, in denen ich gut war und nicht die Fächer, die mich interessiert hätten. Den Unterrichtsstoff habe ich als unnötig und wenig hilfreich empfunden. Die Schule war für mich mit Druck verbunden, man wurde für Fehler bestraft und lernte nicht aus Ihnen. In den Sachen, in denen ich gut war wurde mir gesagt, dass ich sie doch nicht so gut kann. Es wurde wenig Rücksicht auf einzelne Schüler genommen und ich war immer froh, wenn ich wieder zu Hause war. Schule war ein Zwang, eine Pflicht und ich fand das alles andere als angenehm. Ich hatte keine Freiheiten, es hat keinen Spaß gemacht und ich habe den Sinn darin nicht gesehen…

Aber in der Uni ist es anders. Irgendwie gehe ich gerne in die Uni. Ich lerne (größtenteils) Dinge, die mich wirklich interessieren. Falls ich es an einem Tag nicht in die Uni schaffe, werde ich nicht sofort von Lehrern angeschissen und dafür bestraft. Ich hatte das Glück mir an der LMU meinen eigenen Stundenplan zusammenstellen zu können. Ich muss nicht mehr jeden Tag um halb sechs aufstehen und mich übermüdet aus dem Bett quälen. Dadurch, dass ich ausgeschlafener bin, bin ich auch meistens ein wenig motivierter als zu den Zeiten, in denen ich noch in die Schule musste. Ich kann in den Vorlesungen essen und falls es einen Notfall gibt auch mal ans Handy gehen. Die Uni ist viel lockerer und macht mir deswegen auch sehr viel Spaß. Auch, wenn man in Prüfungsphasen natürlich trotzdem unter Druck steht, kommt es mir noch lange nicht so schlimm vor wie in der Schule. Zumindest im ersten Semester hat mir mein Studium sehr viel Spaß gemacht.

Veröffentlicht von mayyoulive

g e t b u s y l i v i n g

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