Depressionen an Weihnachten – 3 Tipps für Erkrankte und Angehörige

Es gibt viele Menschen, die sich nicht auf Weihnachten freuen, für die das Fest nichts Schönes ist. Weihnachten kann wirklich schwer sein, wenn man an einer Depression leidet. Nicht nur bei der Depression, sondern bei allen psychischen Erkrankungen, kann Weihnachten eine echte Herausforderung sein. Es wird von allen irgendwie erwartet, dass man glücklich ist, das Fest gemeinsam feiert, sich freut, die Feiertage genießt. Aber das kann man nun mal nicht, wenn man krank ist, egal ob ein Weihnachtsbaum da steht oder nicht. Noch dazu kommt vielleicht die ganze Familie zusammen und es können sich Konflikte auftun und einen noch mehr belasten. Das alles kann die Depression und die belastenden Gefühle noch verstärken.

Was kann man also tun, um die Weihnachtstage gut durchzustehen?

Am Ende des Beitrags habe ich übrigens Angebote aufgelistet, wo Du auch über die Feiertage Hilfe findest 🙂


Klare Kommunikation

Das gilt für die Betroffene Person, aber auch für das Umfeld. Es ist wichtig klar zu kommunizieren, was Deine Bedürfnisse sind, wie du Dich fühlst. So kannst Du bei Deiner Familie mehr Verständnis auslösen und schwierige Situationen bereits im Vorfeld besprechen. Welche Situationen könnten für Dich besonders schwer werden? Welche Schwierigkeiten könnte es geben? Was brauchst Du in solchen Situationen? Wie kann sich Dein Umfeld verhalten, um Dich zu unterstützen?

Das Gleiche gilt für das Umfeld: Es kann unglaublich helfen, wenn man einfach klar nachfragt, wie man dem/der Betroffene(n) an Weihnachten konkret helfen kann, was er/sie sich wünscht, was ihr/ihm gut tun könnte.

Grenzen klar setzen

Leichter gesagt, als getan. Grenzen zu setzen, kann unglaublich schwer sein. Aber mache Dir eines bewusst: Grenzen sind nicht egoistisch, Grenzen zu setzen ist Selbstfürsorge. Und die brauchst Du an Weihnachten. Es ist völlig okay Grenzen zu setzen und sie in Ruhe zu kommunizieren. „Mir ging es im letzten Jahr nicht so gut, deswegen werde ich heute nur zum Essen vorbeikommen.“ „Momentan habe ich eine wirklich schwere Zeit, da würde es mir sehr helfen, wenn ich mich am ersten Weihnachtsfeiertag alleine zu Hause ausruhen könnte.“ Du musst nicht bei jedem Weihnachtsevent dabei sein, mache Dir das bewusst. Wenn Du deine Situation erklärst, kann sie auch von deinen Angehörigen besser gedeutet werden und sie können besser auf dich und deine Bedürfnisse eingehen.

Auch ein klares Nein gehört zum Grenzensetzen dazu. Du musst nichts tun, was Du nicht willst. Du musst keinen Alkohol trinken, Du musst nicht essen, bis du platzt etc. Aber Du kannst natürlich.

Wichtig für alle Angehörigen, ist es diese Grenzen zu akzeptieren und verständnisvoll zu reagieren. Ein Nein ist ein Nein. Gerade bei Suchterkrankungen oder Essstörungen, aber auch bei jeder anderen Erkrankung, ist es wichtig ein Nein zu akzeptieren und nicht darauf herumzuhacken. Auch auf solche Kommentare wie: „Schau doch mal fröhlich“ „Du isst schon wieder zu viel“ „Reiß dich doch heute für das Weihnachtsfest mal zusammen“ usw., sollte unbedingt verzichtet werden.

Notfallplan

Was mache ich im Notfall? Wenn es gar nicht mehr geht? Mit wem bzw. Wem sage ich bescheid? Wo? Was kann ich dann tun, damit es mir besser geht?

Das ist etwas, worüber Du dir im Vorfeld auf jeden Fall Gedanken machen kannst. Es kann nämlich eine Menge Druck von Dir nehmen. Früher hatte ich immer einen Notfallplan für solche Situationen. Auch, wenn ich ihn meistens nicht gebraucht habe, hat er mir sehr viel Sicherheit gegeben.

Allgemein hilft es achtsam zu sein und auf sich zu hören. Du kannst Dich fragen:

Was kann ich vor, während und nach dem Treffen für mich tun?

Was erleichtert mir die Zeit?


Weihnachten ist für mehr Menschen, als man denkt eine Schwierige Zeit und ich hoffe ich konnte durch diesen Post ein bisschen helfen. Es hilft vielleicht auch sich bewusst zu machen, dass es nicht unbedingt so werden muss, wie man es sich vorgestellt hat. Meistens denkt man es wird super schlimm. Vielleicht wird es auch besser als gedacht? Ich hoffe es kommen alle gut und gesund durch die Feiertage. Wenn Du Tipps hast, was man mit Depressionen an Feiertagen machen kann, dann würde ich mich sehr freuen, wenn Du sie in den Kommentaren teilst 🙂

Veröffentlicht von mayyoulive

g e t b u s y l i v i n g

Hinterlasse einen Kommentar