Drei psychologische Effekte, die du kennen solltest

Die folgenden drei Effekte, die ich in diesem Blogpost nennen werde, sind Effekte, die für den Alltag wahnsinnig relevant sein können. Wenn man sie erst einmal kennt, können sie einen großen Unterschied machen und deswegen geht es heute um folgende drei Effekte:

  • Der Bystander-Effekt
  • Der Barnum-Effekt
  • Der Halo-Effekt

Grundsätzlich gibt es jede Menge andere Effekte, die ich auch in meinen Alltag integriert habe oder für mich nutze. Sollten sie dich interessieren, kann ich gerne noch einen Blogpost zu diesen machen.

Bystander-Effekt

Der Bystander-Effekt beschreibt, wie die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person in einer Notsituation hilft, abnimmt, je mehr andere Menschen anwesend sind. Es bedeutet, dass Menschen weniger geneigt sind einzugreifen, wenn sie sehen, dass auch andere Leute zuschauen.

Ein Beispiel: Stell dir vor, du bist auf einem belebten Marktplatz und siehst, wie eine Person plötzlich hinfällt und am Boden liegen bleibt. Viele Menschen gehen vorbei, aber niemand bleibt stehen, um zu helfen. Einige Leute werfen nur einen kurzen Blick auf die Person und gehen dann weiter, andere bleiben stehen und gaffen.

Du denkst vielleicht: „Da sind so viele Menschen, jemand anderes wird bestimmt helfen.“ Oder du fragst dich: „Ist das wirklich ein Notfall? Warum hilft denn niemand?“

Dieses Zögern und die Annahme, dass jemand anderes helfen wird, sind typische Merkmale des Bystander-Effekts. Jeder sieht die anderen Zuschauer und wartet darauf, dass jemand anderes die Initiative ergreift.

Oft führt das dazu, dass am Ende niemand hilft.

In diesem Alltagsszenario wird deutlich, wie der Bystander-Effekt funktioniert: Die Anwesenheit vieler Menschen führt dazu, dass sich die Verantwortung, zu helfen, auf alle verteilt und dadurch verringert. Wenn nur eine oder zwei Personen anwesend wären, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass jemand hilft, viel höher, weil es klarer wäre, dass keine anderen Helfer da sind.

Du kannst also in Zukunft in solchen Situation darauf achten und selbst helfen. Es kann auch hilfreich sein eine Person direkt anzusprechen und sie z.B. aufzufordern den Notruf zu wählen. Nicht umsonst wird das auch in Erste-Hilfe-Kursen so betont.

Barnum-Effekt

Der Barnum-Effekt beschreibt das Phänomen, dass Menschen allgemeine und vage Aussagen über ihre Persönlichkeit oder Zukunft als zutreffend und speziell auf sie zugeschnitten wahrnehmen, obwohl diese Aussagen auf viele Menschen gleichermaßen zutreffen könnten. Das liegt daran, dass solche Aussagen oft positiv formuliert und so allgemein gehalten sind, dass sie fast immer auf irgendeine Weise anwendbar sind. Perfektes Beispiel für diesen Effekt sind Horoskope. Wann hat ein Horoskop überhaupt nicht auf dich zugetroffen?

Beispiel: Du liest dein Horoskop in der Zeitung. Da steht:

„Sie sind eine Person, die manchmal schüchtern ist, aber auch gesellig und abenteuerlustig sein kann. Sie mögen es, sich geliebt zu fühlen, und Sie wünschen sich Anerkennung für Ihre Leistungen. Manchmal machen Sie sich Sorgen über die Zukunft, aber Sie sind auch optimistisch und glauben daran, dass alles gut wird.“

Obwohl diese Aussagen sehr allgemein sind und auf fast jeden zutreffen könnten, neigen viele Menschen dazu zu denken, dass das Horoskop genau auf sie zugeschnitten ist. Sie erkennen sich in den positiven und unspezifischen Aussagen wieder, obwohl die gleichen Worte auf viele andere Menschen genauso zutreffen könnten. Dies ist ein klassisches Beispiel für den Barnum-Effekt.

Es gibt ein spannendes YouTube Video von die Frage, wo der Effekt genauer beleuchtet wird. Ich würde auf jeden Fall empfehlen es anzuschauen 🙂

Halo-Effekt

Der Halo-Effekt ist ein Effekt, bei dem der Gesamteindruck einer Person unser Urteil über ihre spezifischen Eigenschaften beeinflusst. Das bedeutet, dass wenn wir eine positive Eigenschaft bei einer Person wahrnehmen, wir dazu neigen, automatisch anzunehmen, dass diese Person auch andere positive Eigenschaften besitzt, selbst wenn wir keine konkreten Informationen darüber haben. Der Halo-Effekt kann auch umgekehrt wirken: Wenn wir eine negative Eigenschaft wahrnehmen, nehmen wir oft an, dass die Person auch in anderen Bereichen schlecht ist.

Beispiel: du triffst jemanden, der sehr freundlich und gut gekleidet ist. Aufgrund dieser positiven Eindrücke könntest du automatisch denken, dass diese Person auch intelligent, kompetent und vertrauenswürdig ist, obwohl du keine wirklichen Beweise dafür hast. Deine Wahrnehmung ihrer Freundlichkeit und ihres guten Aussehens „überschattet“ deine Einschätzung ihrer anderen Eigenschaften – daher der Begriff „Halo“, was auf Englisch „Heiligenschein“ bedeutet.

Dieses Phänomen zeigt, wie leicht unsere Wahrnehmung verzerrt werden kann, wenn wir uns von einem auffälligen Merkmal beeinflussen lassen und daraus voreilige Schlüsse über andere Eigenschaften ziehen.

Es ist daher wichtig sich selbst und sein handeln immer wieder zu hinterfragen, vor allem, weil es sich um wichtige Situationen, wie z.B. ein Vorstellungsgespräch handeln kann. Es hilft auf jeden Fall diesen Effekt zu kennen und evtl. auch andere Beurteilende in die Situation mit einzubeziehen.

Kanntest du diese Effekte?

Schreib deine Meinung gerne in die Kommentare 🙂

Veröffentlicht von mayyoulive

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