Kennst du das, wenn du von deinem Alltag total erschöpft und niedergeschlagen bist, aber im Grunde eigentlich gut organisiert bist und deine Aufgaben jetzt auch nicht so mega schwer sind? Dann könnte diese Erschöpfung eventuell am Mental Load liegen. Im Grunde handelt es sich beim Mental Load um die ganzen unsichtbaren Aufgaben, die du im Alltag zu bewältigen hast. Viele werden es kennen: Man hat zwar seine To-Do Liste, aber dennoch steckt hinter dieser auch einiges an Planung und Organisation. Und diese Planung und Organisation sieht man eben nicht so leicht. Oft wird dieses Thema im Familienkontext angesprochen. Das heißt eine Person (oft die Mutter) übernimmt das Familienmanagement und denkt für alle mit (Stichwort: unbezahlte Care-Arbeit – Die Gesellschaft macht es einem nicht leicht). Mental Load ist aber auch in vielen anderen Bereichen von Bedeutung und kann auch wenn man alleinlebend ist oder sich mit einem anderen Geschlecht identifiziert, von Bedeutung sein. In einfachen Worten: Mental Load ist so etwas wie mitdenken. Und dauernd mitzudenken kann ganz schön anstrengend sein.
Was ist Mental Load?
Mental Load ist der Begriff für zu viel Denkarbeit um die Organisation von Alltagsaktivitäten.
https://www.youtube.com/watch?v=jO1euJGAaw8
Ich möchte direkt mit einem Beispiel starten:

In den wenigsten Fällen wird es so sein, dass man irgendwann einfach in den Supermarkt marschiert, Sachen in den Einkaufswagen schmeißt und dann einfach wieder geht. Viel eher ist es so, dass man sich im Vorfeld einige Gedanken macht. Wann habe ich diese Woche überhaupt Zeit einkaufen zu gehen? Was will ich essen? Habe ich das Budget dazu? Habe ich noch Vorräte, die ich aufbrauchen muss bevor sie ablaufen? Wir komme ich da hin? Bus fahren oder doch lieber mim Rad oder mim Auto? Und so weiter. Das sind wahnsinnig viele Gedanken, also unsichtbare To-Dos, die hinter dieser „simplen“ Aufgabe des Einkaufengehens stecken. Und vor allem viele unsichtbare Aufgaben, die einem ganz schön viel Energie rauben können. So Kleinkram macht das Arbeitsgedächtnis ziemlich voll und raubt Kapazitäten.
Anderes Beispiel:

Was kann ich bei Mental Load machen?
Das Unsichtbare sichtbar machen
Was man nicht sieht kann man auch nicht machen. Mental Load ist etwas, das oft unbewusst abläuft und, dass man sowohl für sich als auch für andere sichtbar machen muss. Manchen Menschen ist gar nicht bewusst wie komplex eine Aufgabe sein kann. Wenn man also zu Zweit im Haushalt ist, kann es ein erster Schritt sein, das Thema anzusprechen und zu erläutern. Über diese ganzen kleinen unsichtbaren To Dos zu sprechen und sie für den anderen sichtbar zu machen.
Die Fair-Teilung
Sind die ganzen Aufgaben sichtbar gemacht, dann kann es an die Aufteilung und Verteilung gehen. Wichtig ist es, nicht nur ganz klar die Aufgabe zu verteilen, sondern auch zu bestimmen, wer die Aufgabe initiiert und somit bei der Aufgabe das Mitdenken übernimmt. Ansonsten bleiben der Mental Load und die Erschöpfung bestehen.



Verantwortung abgeben
Die erste Frage die du dir stellen kannst ist: Ist diese Aufgabe überhaupt notwendig? Wenn die Antwort ja lautet kannst du dir überlegen, ob delegieren nicht eine Lösung wäre. Oft fällt es einem schwer, weil man in seinen Gewohnheiten so festgefahren ist. Wichtig ist hierbei, dass man nicht nur die Einzelaufgabe, sondern den gesamten Prozess mit dem Mitdenken übergibt. Und somit auch die Verantwortung. Das Delegieren bringt nichts, wenn man dem anderen permanent über die Schulter schaut. Da macht man die Aufgabe ja trotzdem und der Mental Load bleibt bestehen,. Es ist wichtig zu vertrauen, dass der Partner oder die Partnerin eine erwachsene Person ist und seine/ihre eigenen Erfahrungen machen und gegebenenfalls mit den Konsequenzen leben kann. Gib der Person die Chance diese Aufgaben zu erlernen und zu bewältigen.
Relevante Informationen zum Thema mitnotieren
Wenn wir unsere Termine notieren kann es schon hilfreich sein, dies so genau wie möglich zu tun. Anstatt zu schreiben: „Arzttermin 15 Uhr“, könnte es hilfreich sein zu schreiben: „Arzttermin um 15 Uhr in der Beispielsstraße 10 mit der Telefonnummer 01111111111“ einzutragen und und gleich die Wegzeit mit einzuberechnen. Das nimmt einem schon ein bisschen was ab.
Thementage einführen
Ob es sich ums Essen oder um andere Aufgaben handelt ist egal. Die Gewohnheit kann schon einiges ausmachen. Beispiel: Alle Arzttermine mache ich immer am Montag, Papierkram wie Steuern oder Post am Dienstag usw. . Wenn man dann eh schon am Schreibtisch ist, dann kann man diese Aufgaben auch zusammennehmen. Beispiel Essen: Montag gibt es immer Nudeln, Dienstag Gemüse, Mittwoch Fisch etc. Wenn man feste Tage hat, muss man dann auch irgendwann nicht mehr so viel nachdenken. Oder zumindest weniger 🙂
Phasen der Entspannung einbauen
Vor allem im Familienkontext kann das sehr schwer sein, aber Entspannung bedeutet nicht immer gleich ein Wellness Urlaub. Es können auch die Tasse Tee, die man achtsam genießt oder drei tiefe Atemzüge zwischendrinnen sein.



Energie ist begrenzt!
Denke immer daran, dass deine Energie begrenzt ist. Deswegen ist es umso wichtiger, dass du dir gut überlegst, wie du deine Ressourcen einteilst und wie du deine Prioritäten setzt. Und vor allem: du kannst gar nicht alles schaffen und an alles denken! Sei also auch mit dir selbst nicht zu streng 🙂 Vielleicht kann dir das ein bisschen Druck nehmen.
Noch mehr zum Thema:
Hier findest du noch weitere Dinge, die du gegen Mental Load machen kannst und, die ich noch nicht erwähnt habe 🙂
Hast du noch weitere Tipps, um Mental Load in den Griff zu kriegen?
Dann freue ich mich, wenn du sie mit uns teilst 🙂
